
| VON CHRISTA BLÜMEL
In der Steiermark ist das "Pantschen" von wertvollem Kernöl ein "Kapitalverbrechen", da hört sich der Spaß auf. Montag musste sich ein 53-Jähriger deshalb wegen gewerbsmäßigen Betruges vor dem Richter verantworten: Der Hilfsarbeiter hatte Salatöl zusammengemischt und dieses als "reines Kernöl" teuer verkauft. "Die Leute sollen ruhig wissen, was sie sich auf ihren Salat schütten" - der Richter lehte die Bitte des Angeklagten auf Ausschluss der Öffentlichkeit ab. Schon einmal musste der 14fach vorbestrafte Steirer wegen Kernöl-Verfälschung vor Gericht, Montag wurde es ihm erneut vorgeworfen: 25 Prozent Kernöl soll er mit 75 Prozent anderen Pflanzenölen vermischt haben, diesen Mix dann als "reines Kernöl" an 40 Personen verkauft haben. Um je 120 Schilling. "Weil ich so in Geldnot war und nix mehr gehabt hab", erklärt der Steirer. "Meine Frau war verpflichtet, mich zu erhalten. Wissen S', was das heißt, zu sagen: 'Bitte gib mir 50 Schilling'?" Jetzt habe er einen anständigen Posten, alles täte ihm Leid: "Ich habe einen Fehler gemacht." Das Urteil "mischte der Richter so zusammen: acht Monate Haft, bedingt. |